Anhörung zur Unterwasser-Konkurrenz zwischen den USA und China
Vor der Kommission für Wirtschafts- und Sicherheitsüberprüfung warnten US-Vertreter in einer Anhörung mit dem Titel „Teil ihrer Welt: Der Unterwasser-Wettbewerb zwischen den USA und China“, dass bis 2035 voraussichtlich die Hälfte der U-Boot-Flotte der chinesischen Marine nuklear angetrieben sein wird. Diese Einschätzung wurde zu Beginn einer umfangreichen Darstellung von Konteradmiral Michael Brookes vorgestellt, dem derzeitigen Leiter des Office of Naval Intelligence.
Aktueller Bestand der chinesischen U-Boot-Flotte
In der anschliessenden Einordnung erklärte Brookes, China verfüge schon heute über eine der grössten U-Boot-Flotten weltweit mit mehr als 60 Einheiten. Davon seien sechs nuklearbetriebene Jagd-U-Boote (SSNs), zwei Boote trügen präzisionsgelenkte Lenkwaffen (SSGNs) und sechs seien mit ballistischen Raketen ausgerüstet (SSBNs). Der überwiegende Teil der Flotte bestehe damit weiterhin aus konventionellen diesel-elektrischen U-Booten – einschliesslich solcher mit den modernsten luftunabhängigen Antriebssystemen (AIP), etwa der Yuan- und Song-Klasse.
Umstieg auf mehr Nuklearantrieb: Typ 041 (Zhou-Klasse)
Vor diesem Hintergrund führte die Präsentation aus, dass die chinesische Marine einen Übergang anstrebe, der die Anzahl ihrer nuklear angetriebenen U-Boote deutlich erhöhen soll. Ein zentraler Baustein sei die Entwicklung einer neuen Variante, die als Typ 041 bzw. Zhou-Klasse bezeichnet wird: grössenmässig eher mit einem konventionellen U-Boot vergleichbar, jedoch mit deutlich höherer Autonomie.
Damit könnte Peking eine Plattform beschaffen, die leistungsfähiger ist als jene, die derzeit den Grossteil der chinesischen Unterwasserfähigkeit ausmachen – und dabei zugleich ein geringeres Ausgabenniveau halten als bei grossen, besonders durchsetzungsfähigen SSBN- oder SSGN-Modellen.
Grössere Plattformen, Sensorik, Bewaffnung und geringere Akustik-Signatur
Das bedeute jedoch nicht, dass grössere und kapazitätsstärkere Plattformen aufgegeben würden. Schätzungen zufolge wolle China diese auch in den 2030er-Jahren und darüber hinaus im Dienst halten, was Fortschritte bei Sensoren und Bewaffnung erforderlich mache. Zudem beschrieb die Präsentation ein chinesisches Interesse an neuen Technologien zur Verringerung der akustischen Signatur sowie an Verbesserungen am Design der Antriebsreaktoren.
Der strategische Effekt dieser Ausrichtung sei eindeutig: Im Konfliktfall würde die chinesische Marine dadurch über grössere und bessere Fähigkeiten für weitreichende Angriffe verfügen.
Ausbau der Produktionskapazitäten in Werften
Parallel zu diesen Expansionsplänen räumte der von Konteradmiral Brookes vorgelegte Bericht ein, dass China seine Fertigungsmöglichkeiten deutlich ausgebaut hat. Er formulierte es so: „China hat seine inländische Produktionskapazität für U-Boote durch grosse Infrastrukturinvestitionen in drei grosse Werften drastisch erhöht und die Produktion von weniger als einem nuklearen U-Boot pro Jahr auf deutlich höhere Raten beschleunigt. Diese Erweiterungen umfassen den Bau umfangreicher Anlagen, die die Schiffbaukapazität verdreifacht haben, wodurch höhere Produktionsraten für konventionelle U-Boote möglich werden, während die verbesserte Infrastruktur nun den Bau fortschrittlicher U-Boote mit grösserem Durchmesser an allen drei Standorten ermöglicht.“
Bilder dienen nur zur Illustration.
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