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USA übergibt Beechcraft King Air an die Philippinen zur Überwachung im Südchinesischen Meer

Zwei Männer in Uniform gehen vor einer kleinen weißen Privatmaschine auf dem Flughafenstartbahn.

Um Chinas Aktivitäten im Südchinesischen Meer enger zu beobachten, wird die Vereinigte Staaten maritime Aufklärungsflugzeuge vom Typ Beechcraft King Air an die Philippinen übergeben. Grundlage ist ein neues Abkommen zur Sicherheitskooperation zwischen dem Pentagon und der Philippinischen Küstenwache (Philippine Coast Guard, PCG). Ziel der Initiative ist es, die Fähigkeiten zur Überwachung sowie für Such- und Rettungseinsätze in Gewässern auszubauen, die sowohl für Manila als auch für Washington als strategisch gelten.

Beechcraft King Air für die Philippinische Küstenwache

Das US-Verteidigungsministerium (Department of Defense, DOD) und die PCG haben den Vertrag über die Übertragung von drei turbopropgetriebenen Beechcraft-King-Air-Flugzeugen formell besiegelt. Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen einer Zeremonie unter Leitung des PCG-Kommandanten, Admiral Ronnie Gil Gavan, sowie des stellvertretenden US-Verteidigungsministers für Sicherheitsangelegenheiten im Indo-Pazifik, John Noh.

Finanziert wird die Beschaffung über das Programm Foreign Military Financing (FMF). Weder der Preis noch die genaue Variante der Maschinen wurden genannt. Nach Angaben der PCG stellen die Flugzeuge jedoch eine zentrale Modernisierung dar, um das maritime Lagebild (Maritime Domain Awareness) zu verbessern und Such- und Rettungsoperationen wirksamer durchführen zu können.

„Das Treffen stärkte die Küstenwache-zu-Küstenwache-Dimension der Allianz zwischen den Vereinigten Staaten und den Philippinen sowie das gemeinsame Bekenntnis zu einem freien, offenen und sicheren Indo-Pazifik“, erklärte die Philippinische Küstenwache in ihrer offiziellen Mitteilung. In den Gesprächen ging es zudem um weitere US-Unterstützung bei der Modernisierung der PCG – darunter fortgesetzte Einsätze zur maritimen Lageerfassung im Westphilippinischen Meer sowie weitere Kernaufgaben der Behörde.

Hintergrund: Spannungen im Südchinesischen Meer

Die Aufnahme der Beechcraft King Air fällt in eine Phase zunehmender Zwischenfälle im Südchinesischen Meer. Dort stehen Peking und Manila wegen mehrerer maritimer Merkmale im Streit, die innerhalb der ausschliesslichen Wirtschaftszone der Philippinen liegen.

In den vergangenen Monaten kam es zu Annäherungen zwischen Einheiten der chinesischen Küstenwache und chinesischen Schiffen auf der einen Seite sowie philippinischen Booten auf der anderen. Parallel dazu hat Washington die Unterstützung in Form von Ausrüstung, Ausbildung und Wartung verstärkt, um die Überwachungs- und Präsenzmissionen seines südostasiatischen Verbündeten auszubauen.

Such- und Rettungsbedarf und begrenzte PCG-Luftflotte

Mit den neuen Flugzeugen wird eine bislang kleine Luftkomponente der PCG ergänzt. Gegenwärtig betreibt die Küstenwache zwei Britten-Norman BN-2A-21 Islander, eine Cessna 208B Grand Caravan sowie zwei Airbus-H145-Hubschrauber.

Die Entscheidung steht zudem im Zusammenhang mit jüngeren Seeunfällen, die den Bedarf an leistungsfähigeren Such- und Rettungsfähigkeiten unterstrichen haben. Genannt wurden dabei das Sinken der Fähre MV Trisha Kerstin 3 vor der Provinz Basilan sowie ein Vorfall mit dem Schiff MV Devon Bay im Westphilippinischen Meer.

Weitere maritime Unterstützung durch USA und Japan

Unabhängig von der Flugzeugübertragung haben die Vereinigten Staaten den Philippinen weitere maritime Mittel bereitgestellt. Dazu zählen Patrouillenboote der Marine-Protector-Klasse mit 87 Fuss Länge (rund 26,5 Meter) aus Beständen der US-Küstenwache (United States Coast Guard, USCG) sowie Schiffe, die als überschüssige Verteidigungsgüter transferiert wurden.

Auch die philippinische Marine erhielt zuvor Patrouillenschiffe der Hamilton-Klasse und Küsteneinheiten der Cyclone-Klasse, die aus dem US-Dienst ausgeschieden waren. Gleichzeitig prüft Manila eine mögliche Beschaffung grösserer Patrouillenschiffe, etwa der Reliance-Klasse.

Rückendeckung erhält die maritime Sicherheitskooperation zudem von Japan: Tokio stellte im Haushaltsjahr 2023 im Rahmen des Programms Official Security Assistance (OSA) fünf Küstenradarsysteme zur Verfügung. Diese sollen die Erfassungsabdeckung ausweiten und die Echtzeitüberwachung in umstrittenen Gebieten verbessern – vor dem Hintergrund eines wachsenden strategischen Wettbewerbs im Südchinesischen Meer. In diesem Umfeld baut die Philippinen ihre Luft- und Seefähigkeiten mit internationaler Unterstützung weiter aus, um Überwachungs-, Such- und Rettungseinsätze im eigenen maritimen Umfeld aufrechtzuerhalten.

Titelbild: vom U.S. Naval Institute bezogen.

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