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ARC Caribe: Operation Poseidón und Funde vom Galeón San José

Taucher entdeckt unter Wasser antiken goldenen Pokal, Münzen und Porzellanstücke vor einem gesunkenen Schiff.

Als 2019 in den Medien über mutmassliche Kostenüberschreitungen und Verzögerungen bei der Auslieferung eines Schiffes für die Generaldirektion für maritime Angelegenheiten (Dimar) berichtet wurde – Meldungen, die bei Beschaffungen der nationalen Verteidigung nicht ungewöhnlich sind –, ahnte kaum jemand, dass dieses Schiff trotz aller Skepsis später eine so wichtige Rolle für die Geschichte und die Entwicklung der Meere des Landes spielen würde. Der Preis lag bei lediglich 14 Millionen US-Dollar – deutlich weniger als bei der ersten Damen-Fregatte, deren Auswahlkriterien bis heute im Dunkeln bleiben und die, wie in anderen Fällen, hinter dem erfundenen Argument der „nationalen Sicherheit“ verborgen werden.

ARC Caribe und der Weg zum Meilenstein in Cartagena de Indias

Die ARC Caribe hat – mit Rückschlägen und weitgehend ohne öffentliche Aufmerksamkeit – nun einen Meilenstein für die Erforschung der nationalen Geschichte gesetzt: Gemeinsam mit der Armada de Colombia wurden am 19. November 2025 in Cartagena de Indias archäologische Objekte vorgestellt, die im Geschützten Archäologischen Gebiet des Galeón San José geborgen worden waren. Die Präsentation erfolgte im Rahmen der zweiten Phase des Forschungsprojekts Hacia el corazón del Galeón San José.

Operation Poseidón: Untersuchung, Bergung und Dokumentation unter Wasser

In diesem Zusammenhang wurde die Operation Poseidón durchgeführt – ein Einsatz zur Untersuchung, Erforschung und Bergung historischer Objekte des Galeón San José. Beteiligt waren Überwassereinheiten mit Navigationsfähigkeit, präziser Positionierung und Stabilität auf offener See. Dadurch konnten Ausrüstung, Taucher- und Bergungseinheiten sowie Fachleute für Unterwasseroperationen an den Einsatzort verlegt werden.

Die Spezialteams brachten die archäologischen Stücke kontrolliert und sicher vom Meeresboden an die Oberfläche. Zum Einsatz kamen fortschrittliche Robotik-Technologie und sensible Manöver; zudem wurden Beobachtungs-, Verifizierungs-, Dokumentations- und Registrierarbeiten durchgeführt.

Funde aus dem Galeón San José und Betreuung im CIOH-Labor

Geborgen wurden fünf Objekte: eine Porzellantasse, eine Kanone und drei Macuquinas (Münzen), zusätzlich zwei Porzellanfragmente sowie Sedimentreste, die mit den genannten Stücken in Zusammenhang stehen. Alle diese Elemente werden im Labor für Unterwasser-Kulturerbe des Zentrums für ozeanographische und hydrographische Forschung der Karibik (CIOH) betreut, das zur Dimar gehört. Dort erfolgen sowohl die archäologische und archäometrische Untersuchung als auch die Konservierung.

Die Geschichte hinter dem Galeón San José

Der Einsatz gilt als wichtiger Schritt für den Schutz des Kulturerbes und für historische Wiedergutmachung. Nach dem Untergang des Galeón San José vor Cartagena am 8. Juni 1708 – ausgelöst durch einen englischen Piratenangriff während des Spanischen Erbfolgekriegs – erhoben Staaten wie Bolivien und Spanien Ansprüche auf seine Souveränität.

1979 begann Kolumbien eine aktive Erkundung in Zusammenarbeit mit dem privaten Unternehmen Sea Search Armada. Dies führte zur Lokalisierung und Zertifizierung im November 2015. In der Folge erklärte die kolumbianische Regierung das Galeón im Jahr 2020 zum Kulturgut von Interesse.

Im Mai 2024 startete die Regierung das Forschungsprojekt „Hacia el corazón del Galeón San José“ mit dem Ziel, die Fundstelle des Wracks zu charakterisieren und zu untersuchen; im Dezember desselben Jahres wurde sie als „geschütztes archäologisches Gebiet“ ausgewiesen. Dazu wurden Expeditionen mit für wissenschaftliche Vorhaben umgerüsteten Schiffen – etwa der ARC Caribe – sowie Unterwasserrobotern angesetzt. Während dieser Untersuchungen kamen neue Spuren ans Licht, darunter ein Anker, Ringe, ein Nagel und eine Karte mit archäologischen Hinweisen.

Die Erkundungsarbeiten setzten sich 2025 fort und mündeten in diesen neuen Meilenstein: die Bergung von Stücken durch eine autonome, von anderen Staaten oder privaten Unternehmen unabhängige Operation. Heute stehen eine Tasse, eine Kanone und drei Münzen als Symbol für Unabhängigkeit und für den Aufbau des kollektiven Gedächtnisses aller Kolumbianerinnen und Kolumbianer.

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